Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt e.V.
Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch

 
 

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Programm 1999/2000

Lieschen klein ging allein

Thematischer Abend

Die Frage "Wie kann ich meine Tochter, meinen Sohn vor sexuellem Mißbrauch schützen?", wird für jede Mutter bei der Einschulung besonders aktuell. Die Angst vor Übergriffen durch Fremde, auf dem Schulweg wie auch in der Schule, ist real.

Mädchen und Jungen werden jedoch nicht nur mit dem "bösen Fremden" konfrontiert, sie erleben vielfältige Formen sexueller Gewalt, sie hören davon, sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie nicht darüber sprechen dürfen. Wir wollen an diesem Abend besonders Frauen ansprechen, deren Kinder gerade eingeschult worden sind.

Mütter brauchen geeignete Informationen, um mit ihren Töchtern und Söhnen zu sprechen, um sie zu schützen, um ihre eigenen Kompetenzen zu stärken, wenn sexuelle Gewalt in der Schule zum Thema wird, sei es, weil Männer auf dem Schulweg lauern, weil der Verdacht auftaucht, eine Mitschülerin könnte sexuell mißbraucht werden, nicht zu vergessen, wenn Jungen gegen Mädchen gewalttätig werden. Vielleicht möchte auch die Lehrerin präventive Maßnahmen duchführen.

Wir wollen auf die besondere Situation der Mütter eingehen, ihnen Mut machen, ihre Kompetenzen im präventiven Bereich wahrzunehmen und einzusetzen.

 

Zielgruppe

interessierte Mütter von SchulanfängerInnen

Referentin

Stephanie Cren


Für Prävention ist es nie zu früh

Vorbeugung von sexuellem Mißbrauch bei Kindern
Fortbildung

Erzieherinnen werden in ihrem pädagogischen Alltag in der Kinderkrippe immer wieder mit sexuellem Mißbrauch konfrontiert. Dies löst häufig Verunsicherung, Ablehnung und Angst aus, aber auch das Bedürfnis zu handeln und das betroffene Mädchen oder den betroffenen Jungen zu schützen und zu unterstützen.

Gleichzeitig entsteht bei vielen auch der Wunsch, sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu verhindern, bevor sie stattfindet, also präventiv tätig zu werden. Um beide Bereiche soll es in dieser Fortbildung gehen.

 

  • 1. Tag: Sexueller Mißbrauch – Einführung in das Thema

  • 2. Tag: Möglichkeiten der Prävention von sexuellem Mißbrauch

 

Wegen der großen Nachfrage wird diese Fortbildung zwei Mal angeboten.

Diese Fortbildungen sind Kooperationsveranstaltungen mit dem Pädagogischen Institut des Schulreferates der Stadt München.

Zielgruppe

Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen im Kinderkrippenbereich

Referentinnen

Sibylle Härtl und Adelheid Unterstaller von AMYNA e.V.

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Sexueller Mißbrauch an muslimischen Mädchen und Jungen - ein Tabuthema! Was sind die Präventionsmöglichkeiten?

Fortbildung

Sexueller Mißbrauch kommt in allen Erscheinungsformen auch in islamisch geprägten Gesellschaften vor. Dennoch bleibt das Tabu ungebrochen. Welche kulturellen, religiösen, gesellschaftlichen und traditionellen Faktoren lassen sich diesbezüglich benennen? Worin besteht das Tabu? Wie kann es aufgelöst werden? Will man über Prävention in diesem Bereich sprechen, so ist impliziert, daß es Mißbrauch gibt – also eine Prävention notwendig ist.

Prävention bietet viele Ansatzpunkte.

Im Rahmen dieser Veranstaltung soll zunächst auf die Bedeutung der Sexualität im Islam und die Sexualerziehung in islamischen Ländern eingegangen werden. Begriffe wie „Ehre", „Achtung" und „Würde" sollen dabei in Zusammenhang gestellt werden mit der Rolle der Frau, dem Stellenwert der Familie, sowie der gesellschaftlichen Tradition. Die Situation migrierter Mädchen und Jungen aus muslimischen Familien soll dabei nicht zu kurz kommen. Formen sexuellen Mißbrauchs werden ebenso zur Sprache kommen wie deren Verschleierungsmechanismen.

Im weiteren Verlauf der Fortbildung werden an den Möglichkeiten der präventiven Maßnahmen für die Mädchen und Jungen aus dem islamischem Kulturkreis angesetzt.

Bei der Veranstaltung steht der interkulturelle Aspekt der Präventionsarbeit im Vordergrund.

 

Zielgruppe

Lehrerinnen, Schulsozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen, die mit Mädchen und Jungen ab dem Schulalter interkulturelle Präventionsarbeit machen oder sich überlegen, sie zu machen.

Referentinnen

Marina Khanide, im Iran geboren und bikulturell aufgewachsen (iranisch-deutsch), ist Sozialpädagogin und arbeitet aufgrund eigener Erlebnisse seit Jahren im interkulturellen Bereich. Zur Zeit ist sie in der Jugendarbeit tätig.
Parvaneh Djafarzadeh, Iranerin, lebt seit 13 Jahren in Deutschland und ist seit Jahren im interkulturellen Bereich tätig. Seit März 1999 arbeitet sie bei AMYNA im Bereich Prävention für MigrantInnen aus dem islamischen Kulturkreis.

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Wie kann interkulturelle Präventionsarbeit zu sexuellem Mißbrauch mit MigrantInnen ausschauen?

Fortbildung

In dieser Fortbildung laden wir die Teilnehmerinnen ein, die herkömmlichen – monokulturellen – Konzepte der Präventionsarbeit zu überprüfen und insofern zu modifizieren, als sie in den Kontext der Migrationserfahrung gerückt werden.

Zum Verlauf der Migration gehört u.a. das schmerzhafte Erkennen, daß die Werte und Normen der Herkunftsgesellschaft im Einwanderungsland nicht mehr gültig sind. Auch die den MigrantInnen bekannten und vertrauten Präventionsmöglichkeiten greifen nicht mehr. Den von der Dominanzkultur geprägten Fachkräften mag es deshalb so vorkommen, als gäbe es diese nicht. Dies birgt die Gefahr, den Anpassungsdruck, dem MigrantInnen ohnehin seitens der deutschen Gesellschaft ausgesetzt sind, noch zu verstärken. Für weiße Deutsche bedarf es in der Prävention von sexuellem Mißbrauch im Sinne einer interkulturellen Vorgehensweise der Sensibilisierung und des Dialogs mit den migrierten Bezugspersonen, um auch die „mitgebrachten" Kompetenzen wahrnehmen und aufgreifen zu können. Die Wertschätzung dessen seitens der deutschen Gesellschaft stellt eine der Bedingungen dar, im Migrationsprozeß eine Verbindung des Einstellungs- und Verhaltensrepertiores von Herkunfts- und Einwanderungsgesellschaft zu erreichen.

Neben der Vermittlung und „feministisch-psychodramatischen" Vertiefung des Phasenverlaufs der Migration, dessen psychischen und gesellschaftlichen Aspekten und seiner Relevanz für die Prävention, wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmerinnen Ansätze entwickeln für ein Konzept, das auf die Lebensumstände von MigrantInnen zugeschnitten ist, ihre Erfahrungen berücksichtigt und einbezieht.

 

Zielgruppe

Pädagogische Fachfrauen, die mit migrierten Mädchen und Jungen präventiv arbeiten oder Präventionsarbeit vorhaben. Fachfrauen aus dem pädagogischen und psychosozialen Arbetisfeld, die mit migrierten Eltern arbeiten.

Referentinnen

Modjgan Heimzhei, Psychologin und Therapeutin (feministisches Psychodrama), Migrantin zweiter Generation
Orith Gathen-Ertl, B.A. social work, Fortbildung in interkultureller Beratung, Migrantin erster Generation
Beide Referentinnen sind Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs München

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Sexueller Mißbrauch und die Möglichkeiten der Prävention

Fachtag

Erzieherinnen werden in ihrem pädagogischen Alltag in Kindergarten immer wieder mit sexuellem Mißbrauch konfrontiert. Dies löst häufig Verunsicherung, Ablehnung und Angst aus, aber auch das Bedürfnis zu handeln und das betroffene Mädchen oder den betroffenen Jungen zu schützen und zu unterstützen.

Gleichzeitig entsteht bei vielen auch der Wunsch, sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu verhindern, bevor sie stattfindet, also präventiv tätig zu werden. Um beide Bereiche soll es in dieser Fortbildung gehen.

 

  • 1. Tag: Sexueller Mißbrauch – Einführung in das Thema

  • 2. Tag: Möglichkeiten der Prävention von sexuellem Mißbrauch

 

Zielgruppe

Erzieherinnen aus dem Kindergarten- und Kindertagesstättenbereich

Referentinnen

Sibylle Härtl, Mitarbeiterin von AMYNA e.V, Pädagogin MA,
Adelheid Unterstaller, Mitarbeiterin von AMYNA e.V, Pädagogin MA, Weiterbildung in feministischer Bildungsarbeit

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Merkmale und Besonderheiten der interkulturellen Arbeit und deren Bedeutung für die Prävention

Vortrag

Prävention von sexuellem Mißbrauch in einem multinationalen Kindergarten ist häufig mit der Unsicherheit verbunden, wie mit den unterschiedlichen kulturellen Normen umgegangen werden kann. Es gibt viele offene Fragen bei ErzieherInnen im Kindergarten wie z.B. :

Wie spreche ich das Thema an?
Wie gehe ich mit den Eltern um?
Welche Besonderheiten sind notwendig für eine gelungene interkulturelle Präventionsarbeit?
Der Vortrag thematisiert diese und ähnliche Fragen. Es geht dabei um die Merkmale und Besonderheiten der interkulturellen Arbeit und deren Bedeutung in der Prävention.

 

Zielgruppe

Erzieherinnen in multikulturellen Kindertageseinrichtungen

Referentin

Parvaneh Djafarzadeh

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Sexuelle Gewalt an der Hauptschule - ein Tabuthema?

Fachtag

Sexuelle Übergriffe, sexuelle Gewalt gegen Mädchen ereignen sich tagtäglich an Hauptschulen: Mädchen werden als Huren und Nutten beschimpft, sie werden begrabscht, in das Bubenklo gezerrt, es wird ihnen unter den Rock gefaßt, es werden ihnen Küsse aufgezwungen, sie werden auf den Boden gedrückt und von mehreren Jungen festgehalten. Das sind nur einige Beispiele der alltäglichen sexuellen Gewalt gegenüber Mädchen. Trotz dieser Realität ist für diese Form der sexuellen Gewalt noch keine ausreichende Sensibilität vorhanden. Über körperliche, ja sogar über psychische Gewalt wird gesprochen. Doch sexuelle Gewalt wird kaum thematisiert.

Woran liegt das? Warum werden sexuelle Gewalttaten so wenig zum Inhalt pädagogischer Reflexion und pädagogischen Handelns?

Doch wenn die Notwendigkeit erkannt wurde, gegen sexuelle Gewalt vorzugehen, ist es oft schwierig dies zu tun.

In der Fortbildung werden verschiedene Möglichkeiten pädagogischen Handelns vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Der Schwerpunkt der Betrachtungsweise liegt dabei auf der Täterprävention.

Es sollen folgende Fragen beantwortet werden:

Welche Voraussetzungen müssen bestehen oder geschaffen werden, um Täterprävention an der Hauptschule wirksam betreiben zu können?

Wie muß der herkömmliche Sexualkundeunterricht umgestaltet werden, damit auch darin schon Täterprävention grundgelegt ist?

Wie kann Täterprävention im alltäglichen schulischen Rahmen (Klassenzimmer, Pausenhof, Gänge, LehrerInnenzimmer, Toiletten) aussehen?

 

Zielgruppe

Hauptschullehrerinnen und Schulsozialarbeiterinnen

Referentin

Annet Haidacher (ehemals Brink), 36 Jahre, Dipl. Theologin, seit 1994 Religionslehrerin an verschiedenen Hauptschulen in München, Arbeitsschwerpunkt: Gewaltprävention

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20 Jahre AMYNA

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