Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt e.V.
Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch

 
 

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Programm 2004/2005

Bei uns doch nicht?!

Hintergründe, Forschungsergebnisse und Handlungsstrategien zur Prävention sexueller Gewalt in Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit

Fachtag

In den letzten Jahren ist das Problembewusstsein gegenüber der sexuellen Gewalt in pädagogischen Arbeitsfeldern gewachsen.

Zunehmend wurde deutlich, dass Täter und Täterinnen strategisch vorgehen und sich zielgerichtet Tätigkeitsfelder auswählen, in denen sie Kontakt zu Mädchen und Jungen aufbauen können.

Die Kinder- und Jugendarbeit ist hier mit einem speziellen Problem konfrontiert:

Einerseits ist soziales Engagement für die Jugendarbeit sehr wertvoll und unverzichtbar, gleichzeitig kann dieses Arbeitsfeld von potenziellen Tätern und Täterinnen für ihre Zwecke missbraucht werden.

Die Entwicklung von Konzepten und Strukturen, die sexueller Gewalt durch ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wirksam vorbeugen, ist daher eine wichtige Fragestellung in der Kinder- und Jugendarbeit.

Die Fachtagung möchte eine vertiefte Auseinandersetzung mit folgenden Themenschwerpunkten anstoßen:

  • Strategien der Täter und Täterinnen bei sexueller Ausbeutung durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Institutionen

  • Reaktionen und Dynamiken bei Missbrauch durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

  • Hilfen für alle Ebenen der Institution

  • Wie Institutionen Mädchen und Jungen besser vor sexueller Ausbeutung in den eigenen Reihen schützen können

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Projekt „PräTect“ des Bayerischen Jugendrings. Das Tagungsprogramm beinhaltet eine Vorstellung des Stückes „BEI UNS (doch) NICHT!!“ des Zartbitter-Präventionstheaters aus Köln.

 

Zielgruppe

Verantwortliche aus Jugendringen und Jugendverbänden, hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Mitarbeiter/innen aus Fach- und Beratungsstellen, interessierte Einzelpersonen

Referentin

Ursula Enders, Dipl. Pädagogin, Mitbegründerin und Leiterin von Zartbitter Köln, Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Autorin von zahlreichen Fachpublikationen und Kinderbüchern.

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Im Interesse der Kinder und Jugendlichen

Prävention von sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit

Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit sind oft überlastet. Neben ihrem realen Job und/oder Studium sind sie in ihrer Freizeit abends und am Wochenende dann noch zuständig für Gruppenstunden, Kinder- und Jugendfreizeiten, Jugendbildungsmaßnahmen, die eigene Fortbildung und und und.

Zusätzlich wird die ehrenamtliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen nicht einfacher. Die Mittel für die Arbeit werden immer knapper, die Konflikte in den Gruppen nehmen zu, die Kinder oder Jugendlichen konfrontieren die Gruppenleiter/innen mit immer schwierigeren Problemlagen. Von allen Seiten werden Anforderungen gestellt.

Warum sollten sich Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit nun auch noch dem Thema „Prävention von sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit“ zuwenden?

Das Thema hat jedoch eine hohe Relevanz in der tagtäglichen Arbeit mit eventuell betroffenen Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich können gerade Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen viel tun, um Übergriffe innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern.

Während der Fortbildung werden folgende Informationen vermittelt:

  • Basisinformationen zu sexueller Gewalt

  • Täterstrategien

  • Rechtliche Grundlagen

  • Prävention in der Kinder- und Jugendarbeit

  • PräTect – ein Projekt des Bayerischen Jugendrings

  • Beratungs- und Hilfsangebote für Gruppenleiter/innen

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Tag soll ein Grundrüstzeug für die weitere ehrenamtliche Arbeit darstellen.

 

Zielgruppe

MitarbeiterInnen der Münchner Sportvereine und Jugendverbände, sowie der Sportvereine des Bezirks Oberbayern

Referentin

Christine Rudolf-Jilg, Mitarbeiterin von AMYNA e.V., Dipl.Soz.Päd. (FH), Computermedienpädagogin

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Elternarbeit zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Weiterbildung für Multiplikatorinnen

Diese Weiterbildung richtet sich an Frauen,

  • die in ihrer beruflichen oder freiberuflichen Praxis mit Eltern zu tun haben: in Mütterzentren, Familienbildungsstätten, als Referentinnen, Beraterinnen, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Selbstverteidigungstrainerinnen u.ä.

  • die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen wollen

  • die Eltern dazu anregen wollen, für den Schutz ihrer Kinder aktiv zu werden.

Mütter und Väter sind diejenigen, die die meisten Möglichkeiten haben, Mädchen und Jungen vor sexuellem Missbrauch zu schützen und sie in ihren Kompetenzen zu stärken, indem sie präventive Grundsätze in ihren Erziehungsalltag mit den Kindern übernehmen. Dafür brauchen sie Informationen, Unterstützung und Anregung. In dieser Weiterbildung wird es um die Frage gehen, wie in der Elternarbeit diese Unterstützung am besten vermittelt werden kann.

Jede Teilnehmerin wird im Rahmen dieser Weiterbildung begleitet, ihr individuelles Konzept für einen Elternabend zur Prävention von sexuellem Missbrauch zu erarbeiten. Jede Teilnehmerin erhält zum Ende der Weiterbildung ein Zertifikat.

Inhalte und Termine: (Inhalte können je nach den Interessen der Teilnehmerinnen abgeändert werden):

Die Treffen finden jeweils mittwochs von 17.15–19.30 Uhr statt.

 

1. Modul: Basisinformationen zu sexuellem Missbrauch

2. Modul: Täter und Täterinnen; Täterstrategien

3. Modul: Verdachtsabklärung und Intervention

4. Modul: Exkursion: Beratungsstellen in München; ASD in München

5. Modul: Auswertung der Exkursionsergebnisse

6. Modul: Prävention von sexuellem Missbrauch im Erziehungsalltag

7. Modul: Interkulturelle Aspekte in der Präventionsarbeit (Gastreferentin Frau Djafarzadeh)

8. Modul: Elternarbeit und Prävention

9. Modul: Elternarbeit in der Praxis (Gastreferentin Frau Cren); Vorbesprechung der Hausarbeit

10. Modul: Hausarbeit – Entwurf eines Konzeptes für Elternabende

Zwischentreffen zur Hausarbeit falls gewünscht

Abgabe der Hausarbeiten

11. Modul: Besprechung der Hausarbeiten; Überreichung der Zertifikate

 

Zielgruppe

Frauen, die beruflich oder freiberuflich mit Eltern zu tun haben und sich im Bereich Prävention von sexuellem Missbrauch qualifizieren wollen; Frauen, die bereits Erfahrung in der Erwachsenenbildung und/oder Elternarbeit haben.

Referentinnen

Adelheid Unterstaller, Pädagogin M.A., Mitarbeiterin im Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch, Frauenbildungsreferentin nach GAIA Elke Schmidt, Pädagogin M.A. Vorstandsfrau bei AMYNA e.V.

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„Ich kann doch nicht in mein Gehirn reinschauen...“

Gruppentherapie mit sexuell devianten Jungen

Jugendliche oder gar Kinder als Täter? Was hat die Arbeit mit sexuell devianten Jungen mit Kinder- und Jugendschutz zu tun?

Diese Arbeit ist notwendig und sinnvoll, zum einen, weil 20% aller Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch von Jugendlichen begangen werden. In Biographien erwachsener Sexualstraftäter finden sich häufig sexuelle Übergriffe schon im Kindes- und Jugendalter. Zum anderen kommen viele dieser Jungen aus Multiproblemfamilien mit einem hohen Maß an Gewalt und sind damit gefährdet und gefährdend zugleich. Ein frühes Intervenieren im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Sanktion ist deshalb unabdingbar. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, bietet das KinderschutzZentrum München seit 4 Jahren eine Gruppe für sexuell deviante Jungen an.

Inhalte der Fortbildung:


Wissensvermittlung durch Input-Referate:

 

  • Rahmenbedingungen und Grundvoraussetzungen für die Gruppenarbeit,

  • Teilnahmevoraussetzungen für die Gruppe,

  • allgemeine und spezielle Diagnostik,

  • zentrale Themen der Gruppenarbeit („Deliktkreislauf“, Sexualpädagogik, Grenzen, Normen...),

  • Ziele der Gruppenarbeit (Stoppen der Übergriffe und damit Schutz anderer Kinder, Verantwortungsübernahme, Entwicklung von Empathie, Entwicklung sozialer Kompetenz...),

  • Kooperation mit anderen Institutionen: Notwendigkeit, Möglichkeiten, Grenzen

... und außerdem Rollenspiele, Fallbeispiele und viel Raum für Fragen und Erfahrungen der FortbildungsteilnehmerInnen.

 

Zielgruppe

Fachleute, die in unterschiedlichen Zusammenhängen mit (einzelnen) sexuell aggressiven Jungen zu tun haben, z.B. in Wohngruppen, Freizeitheimen, Beratungsstellen, Schulen

ReferentInnen

Kirstin Dawin, Dipl. Psych. Michael Schwarz, Dipl. Psych. leiten im KinderschutzZentrum München eine Gruppe für Jungen, die durch sexuelle Übergriffe auffällig geworden sind.


Anna wehrt sich!

Präventive Arbeit mit geistig behinderten Mädchen und jungen Frauen

Wildwasser Würzburg e.V. hat im Rahmen eines Projektes zwei Broschüren entwickelt, die sich an Mädchen und Frauen mit geistiger Behinderung richten. Sie thematisieren die Realität von sexualisierter Gewalt gegenüber dieser Zielgruppe und zeigen Handlungsmöglichkeiten für die betroffenen Mädchen und jungen Frauen auf.

Viele pädagogische Mitarbeiter/innen in Einrichtungen wissen, dass gerade geistig behinderte Mädchen einer „Risikogruppe“ in Bezug auf sexuelle Gewalt angehören. Doch der pädagogische Alltag und die Unsicherheit, wie dieses Thema adäquat anzusprechen ist, verhindern häufig die dringend nötige präventive Arbeit mit den Mädchen und jungen Frauen.

Wir wollen an diesem Tag anhand der vorliegenden Broschüren

  • diese und weitere Materialien zur Prävention kennen lernen

  • Informationen über sexuellen Missbrauch und Täterstrategien vermitteln

  • über Möglichkeiten einer eventuellen Verdachtsabklärung sprechen

  • Anregungen für die eigene praktische Arbeit geben

  • sowie geeignete Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten durch Fachberatungsstellen vorstellen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Tag soll das nötige Basiswissen für pädagogische Fachkräfte, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, vermitteln.

 

Zielgruppe

Pädagogische Fachkräfte in Förderschulen, heilpädagogischen Tagesstätten, Integrationseinrichtungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit

Referentinnen

Elisabeth Kirchner, Dipl. Psych., Wildwasser Würzburg e.V., Projekt „Sexueller Missbrauch und Behinderung“ Christine Rudolf-Jilg, Mitarbeiterin von AMYNA e.V., Dipl.Soz.Päd. (FH), Computermedienpädagogin


Qualität durch Klarheit – Die Rolle der Leitung von Kinderkrippen beim Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt

Mitarbeiter/innen in Kinderkrippen wollen einen möglichst optimalen Schutz von Mädchen und Jungen gewährleisten. Dieser kann am besten realisiert werden, wenn gemeinsam im Team ein einheitliches Vorgehen erarbeitet und konzeptuell verankert wurde. Dies gilt sowohl für die Vorbeugung (Prävention) von sexuellem Missbrauch als auch für das frühzeitige Erkennen, um über ein effektives Handeln das Kind vor weiteren sexuellen Übergriffen zu schützen.

Mitarbeiterinnen in Leitungsfunktion kommt dabei eine besondere Rolle zu. In ihrer Hand liegt die Entscheidung und die Verantwortung, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe ein Präventionskonzept zu initiieren und zu erarbeiten, das allen mehr Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit sexuellem Missbrauch gibt.

Um diese Rolle gut ausfüllen zu können, sind Informationen und Auseinandersetzung mit der Thematik und den eigenen Fragen nötig.

In der zweitägigen Fortbildung erhalten Sie erste Anregungen, wie ein Interventionsplan in der Einrichtung aussehen könnte und was zu beachten ist. Sie erhalten einen Überblick, welche rechtlichen Aspekte berücksichtigt werden müssen und an wen Sie sich zur Klärung Ihrer einrichtungsspezifischen Fragen wenden können.

 

Zielgruppe

Leiter/innen und Stellvertreter/innen städtischer Kinderkrippen

Referentinnen

Sibylle Härtl und Adelheid Unterstaller, AMYNA e.V.


Liebe, Lust und Sexualität – alles ganz normal?

Chancen interkultureller Sexualpädagogik

Liebe, Lust und Sexualität sind nicht nur im transkulturellen Milieu besonders schwierige Jugendthemen. Frau und Mann zu werden, ist damit verbunden, den eigenen Körper annehmen zu können. Und das fällt besonders schwer, je mehr andere Jugendliche Sprüche machen und je weniger sich Jungen und Mädchen offen über Ängste, Phantasien und Hoffnungen austauschen können. Besonders im Feld der Sexualität herrschen mystifizierte Vorstellungen von dem, was normal sei. Und diese Vorstellungen werden in der interkulturellen Begegnung noch verworrener! Was also müssen wir wissen, wenn wir mit Mädchen und Jungen zum Thema Sexualität arbeiten wollen? Wie können wir in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen sexuellen Orientierungen angemessen berücksichtigen? Was wissen die Jugendlichen z.B. über Aids und Geschlechtskrankheiten?

In dieser Fortbildung werden sexualpädagogische Konzeptionen, Methoden und Zugänge zu Jungen und Mädchen unterschiedlicher Herkunft vorgestellt und beispielhaft erprobt. Dabei geht es insbesondere um Impulse und Reflexionen zu den Themen „Gender“, sexuelle Entwicklung und interkulturelle Pädagogik:

  • Welche Rolle spielen ethnische Herkunft und kulturelle Tradition beim Erleben von Sexualität?

  • Gibt es eine transkulturelle Sexualpädagogik?

  • Wie können Mädchen und Jungen gestärkt werden, um selbstbestimmt mit ihrem Körper umgehen zu können?

  • Welche Bedeutung haben gesellschaftlich vermittelte Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit für das (kulturell) unterschiedliche Erleben von Mädchen und Jungen?

  • Wann ist es sinnvoll, geschlechtshomogen zu arbeiten und wann geschlechtsgemischt?

 

Zielgruppe

MitarbeiterInnen aus der offenen Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sowie Lehrkräfte, die mit Jugendlichen zum Thema Sexualpädagogik arbeiten

ReferentInnen

Olaf Jantz, MEDIUM e.V. und mannigfaltig e.V., Hannover Sylke Meister, MEDIUM e.V. und Frauengesundheitszentrum Göttingen e.V.


Weibliche Beschneidung

Vom respektvollen Umgang mit Mädchen und Frauen, die ein verletzendes Ritual erfahren haben

„Ich starb nicht. Aber ich konnte auch nicht mehr umherspringen wie früher, ich konnte meiner Familie nicht mehr helfen und, was noch schlimmer war, ich konnte ihr bei ihren Märschen durch die Wüste nicht mehr folgen.“

130 Millionen Frauen sind nach Schätzungen der WHO von Beschneidung betroffen. Und jedes Jahr kommen etwa 2 Millionen dazu. Das sind täglich 6000 Mädchen. Durch den Eingriff sterben 5–10%. Weitere 20% sterben an den Spätfolgen. In Deutschland gibt es nach Schätzungen 20.000 betroffene Mädchen und Frauen.

Faduma Korn von Forward e.V. in Deutschland versteht die Arbeit gegen weibliche Beschneidung als eine der antirassistischen Grundhaltung verpflichtete Aktivität. Sie referiert über die Geschichte und die Gründe der Beschneidung und berichtet von ihrer eigenen Erfahrung als Betroffene. Darüber hinaus klärt sie Begrifflichkeiten und spricht über die diskriminierenden Aspekte, die im Eifer des Gefechtes die Arbeit gegen weibliche Beschneidung in Nicht-Beschneidungskulturen oft beeinflussen.

Was in der praktischen Arbeit mit Betroffenen beachtet werden sollte, ist ebenso Thema des Vortrages wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die ein wichtiges Argument gegen Beschneidung darstellen. Denn auch in Deutschland werden Mädchen beschnitten.

 

Zielgruppe

Fachfrauen, die mit betroffenen Mädchen und Frauen arbeiten, interessierte Frauen

Referentin

Frau Faduma Korn, Mitarbeiterin bei Forward.e.V.

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Sexueller Missbrauch – Prävention und Intervention

Facheinrichtungen stellen sich vor

Im Rahmen der Ausstellung „Was sehen Sie, Frau Lot?“ stellen

  • AMYNA – Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch

  • die Bratungsstelle der IMMA

  • der Frauennotruf München und

  • wildwasser münchen e.V.

die Schwerpunkte ihrer Arbeit sowie die jeweiligen Beratungsansätze vor.
Gerne können im Anschluss an die Präsentationen Fragen gestellt werden.

 

Zielgruppe

Interessierte Erwachsene

Referentin

Mitarbeiterinnen der genannten Einrichtungen

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Wissen schützt! NEIN zu sexuellem Missbrauch!

Kurzveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung: „Was sehen Sie, Frau Lot?“

Sie waren in der Ausstellung „Was sehen Sie, Frau Lot?“ und möchten sich intensiver mit der Thematik befassen? Sie fragen sich, was Sie tun können, um Ihre Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen? Sie möchten Ihrer Klasse oder Jugendgruppe ein Forum bieten, um weiter über das Thema zu diskutieren? Dann sind Sie hier richtig.

In der Infothek von AMYNA stehen über eintausend Medien rund um das Thema „Sexuelle Gewalt und Prävention“. Wir informieren, haben Zeit Fragen zu besprechen und empfehlen Ihnen gute Materialien. Willkommen sind Einzelpersonen, Schulklassen und andere Gruppen.

Jeder Termin umfasst einen Kurzvortrag zur Arbeit von AMYNA und eine Einführung in die Infothek. Während der gesamten Zeit steht eine AMYNA-Mitarbeiterin für Fragen zur Verfügung.

Und übrigens: Unsere Infothek steht auch nach Ende der Ausstellung für Sie offen.

Die Ausstellung „Was sehen Sie, Frau Lot?“ – eine künstlerische Auseinandersetzung zu sexueller Gewalt an Mädchen und Frauen – gegen Täterschutz – wird vom 18.11. bis zum 5.12.2004 im Zollgewölbe auf der Praterinsel 3–4 gezeigt. Veranstalterin ist ein breites Bündnis verschiedener Einrichtungen.

 

Zielgruppe

Einzelpersonen, Schulklassen und andere Gruppen

Referentinnen

Mitarbeiterinnen von AMYNA

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Der alte Streit um die Zahlen

Welche Aussagekraft hat die polizeiliche Kriminalstatistik
im Bereich „sexueller Gewalt“?

Kurzreferate mit anschließender Podiumsdiskussion

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2003 weist 26.000 Fälle sexuellen Missbrauchs aus. Aber: Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge muss jedes 3.–4. Mädchen und jeder 8.–10. Junge sexuelle Gewalt erleben. Einig sind sich alle darin, dass die Dunkelziffer dieses Delikts wohl die höchste im gesamten Strafrecht ist. Doch sind die realen Straftaten zehn- oder zwanzigfach höher als die bekannt werdenden Fälle? Auch hier scheiden sich die Geister.

Für viele Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Verbänden ist der zahlenmäßige Umfang des Problems „sexueller Missbrauch“ jedoch von entscheidender Relevanz, wenn es um die Zuweisung von finanziellen bzw. personellen Ressourcen für diesen Themenbereich sowie vorbeugende Maßnahmen geht. Auch die Präventionsarbeit musste sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Hilfe von Zahlen legitimieren.

Je nach inhaltlicher, strategischer oder politischer Ausrichtung wird mal von der einen, mal von der anderen Zahl ausgegangen. Auch von der Presse wird die Bedeutung des Themas gerne in Form von Zahlen nachgefragt, gemessen und wiedergegeben.

Wir wollen nach den inhaltlichen Einführungen mit ExpertInnen diese und weitere Fragen diskutieren:

 

  • Sind die Tatverdächtigenzahlen der PKS gleich den Opferzahlen?

  • Wie ist das Verhältnis von Anzeigezahlen zur tatsächlichen Anklageerhebung?

  • Am Beispiel der Kommune München: Welche Differenz liegt zwischen Zahlen, die der Polizei und die dem Jugendamt vorliegen? Was bedeutet das in der Konsequenz?

  • Was kann uns die PKS wirklich sagen? Welche Schlüsse ziehen die Verwaltung und Politik daraus?

  • Welche Relevanz und Bedeutung haben Zahlen für die Präventionsarbeit?

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Projekt „PräTect“ des Bayerischen Jugendrings sowie dem Verein „Power-Child e.V., gemeinnütziger Verein zur Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen.“

 

Zielgruppe

Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Verbänden JournalistInnen, die für die Berichterstattung von Fällen zuständig sind Leitungspersonal in Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche betreuen MitarbeiterInnen aus Einrichtungen, die zum Thema „sexuelle Gewalt“ arbeiten und deren Aufgabenbereich die Öffentlichkeitsarbeit ist Interessierte Einzelpersonen

Referentinnen

Angefragt sind VertreterInnen des Bundesfamilienministeriums bzw. Sozialministeriums in Bayern, des Bundes- und Landeskriminalamts, des Polizeipräsidiums München, des Sozialreferats/Stadtrats/KiJH-Ausschusses sowie des Stadtjugendamts München Moderation: Christine Rudolf-Jilg, AMYNA

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Wenn TäterIn und/oder Opfer nicht Deutsche sind

Strafrechtliche Aspekte bei sexuellem Missbrauch

Wenn bei Bekanntwerden eines sexuellen Missbrauchs eine Strafanzeige in Erwägung gezogen wird, sind viele rechtlichen Aspekte zu berücksichtigen. Potenziert wird dies noch, wenn Opfer, TäterIn oder beide im Sinne des Ausländergesetzes AusländerInnen bzw. Flüchtlinge mit unsicherem Aufenthaltsstatus sind. Für MitarbeiterInnen aus Gemeinschaftsunterkünften von Flüchtlingen und andere Fachkräfte, die mit der Thematik konfrontiert werden, ergeben sich daraus Unsicherheiten. Für sie ist es in diesen Fällen wichtig zu wissen, welche ausländerrechtlichen oder asylrechtlichen Konsequenzen für den Täter/die Täterin zu erwarten sind und welche Nachteile sich daraus auch für die Opfer ergeben können.


Die Referentin wird im Rahmen dieses Vortrags folgende Punkte klären:

 

  • Welche Formen des sexuellen Missbrauchs sind im Strafgesetz berücksichtigt und wie hoch ist jeweils der Strafrahmen?

  • Welche Informationen zur Anzeigenstellung, zum Ermittlungsverfahren und zur Gerichtsverhandlung sind für die genannte Zielgruppe wichtig?

  • Welche ausländerrechtlichen oder asylverfahrensrechtlichen Aspekte müssen zum Schutz der Opfer berücksichtigt werden?

  • Welche familienrechtlichen Aspekte sind für diese Zielgruppe relevant?

  • Gibt es Möglichkeiten der Prävention? Wie kann bei Tätern oder Täterinnen ein Unrechtsbewusstsein geweckt werden?


Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, ihre speziellen Fragen zu straf- und familienrechtlichen Aspekten bei sexuellem Missbrauch mit ihren konkreten Beispielen zu stellen.

 

Zielgruppe

MitarbeiterInnen der Gemeinschaftsunterkünfte von Flüchtlingen; Fachkräfte der Beratungsstellen, ASD-MitarbeiterInnen

Referentin

Maren Korda-Rohrbach, Rechtsanwältin, Mitarbeiterin der iaf – Verband binationaler Ehen und Partnerschaften

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„Ich möchte nicht mehr, dass die Deutschen hierher kommen und so etwas tun!“

Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Grenzregion der Euroregion Egrensis in der Tschechischen Republik

Die Worte in der Überschrift stammen von einem elfjährigen Jungen, der in dieser Grenzregion zur Prostitution gezwungen wird. Der kommerzielle sexuelle Missbrauch von Mädchen und Jungen und der Handel von Kindern zur Prostitution breitete sich in den letzten Jahren – nicht nur in diesem Gebiet – drastisch aus.

Hier kommen verschiedene Probleme zusammen:

 

  • Armut und das stark ausgeprägte Wohlstands- und Wirtschaftsgefälle, das unter anderem Familien dazu bringt, ihre Kinder anzubieten

  • männliche und weibliche Zuhälter, die ihre finanziellen Interessen weit über das Wohlergehen von Kindern stellen

  • eine – zumeist deutsche – Klientel an Sextouristen, sprich Tätern, die nicht davor zurückschrecken, Mädchen und Jungen sexuell zu missbrauchen und deren Hemmschwelle noch sinkt, wenn es sich um osteuropäische Kinder handelt

  • eine Öffentlichkeit, die dieses Problem weitgehend ignoriert

  • und Strafverfolgungsbehörden, die sich immer noch schwer tun, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu organisieren.

KARO – ursprünglich als Landesmodellprojekt von Sachsen im Grenzgebiet gegründet – ist inzwischen ein eigenständiger eingetragener Verein zur grenzüberschreitenden Sozialarbeit in Prostitution und Drogenszenen und arbeitet seit über 10 Jahren in diesem Bereich. Die dort beschäftigten SozialarbeiterInnen entwickelten u.a. Hilfsangebote für Mädchen und Jungen, die kommerziell sexuell missbraucht werden sowie Präventionsmaßnahmen. Sie arbeiten auf beiden Seiten der Grenzen und unterstützen die Mädchen und Jungen vor Ort.

Die Geschäftsführerin von KARO und Referentin des Abends, Frau Cathrin Schauer, wird die Problematik verdeutlichen und ihre Arbeit mit den und für die minderjährigen Mädchen und Jungen vorstellen. Sie wird deutlich machen, welche Möglichkeiten es auch in München gibt, gegen dieses Problem anzugehen.

 

Zielgruppe

interessierte Frauen und Männer

Referentin

Cathrin Schauer, Geschäftsführerin bei KARO, wo sie seit 9 Jahren tätig ist; examinierte Krankenschwester, Dipl. Sozialpädagogin, Preisträgerin des Preises „Frauen Europas – Deutschland 2002“, Autorin des Buches: „Kinder auf dem Strich“ – Bericht von der deutsch-tschechischen Grenze.

 

Diese Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Buchhandlung „Buch in der Au“ statt. E-Mail: info@buch-in-der-au.de

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Elternabende

Sozialerziehung als langfristige präventive Maßnahme gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen

Die Prävention von Gewalt und sexuellem Missbrauch ist wie ein „roter Faden“, der den Erziehungsalltag durchzieht und bei der Förderung des Selbstbewusstseins von Mädchen und Jungen ansetzt. Kinder, die die Erfahrung machen, dass ihre Bedürfnisse und Grenzen von Erwachsenen geachtet und geschützt werden, haben einerseits eine größere Chance, Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe als solche zu erkennen. Andererseits wissen sie auch, was es bedeutet, die Bedürfnisse und Grenzen von anderen wahrzunehmen und zu achten. Diese Kompetenzen lassen sich nicht mit einigen Warnungen und Handlungsanweisungen übermitteln, sondern können im Rahmen der sozialen Erziehung der Kinder zu Hause, im Kindergarten, in der Schule eingebunden werden. Die besondere Situation der Kinder, ihr Alter, ihr Geschlecht und ihre kulturelle Herkunft werden dabei berücksichtigt.

Gleichzeitig ist es für die Eltern wichtig, durch Reflexion über die eigene Erziehungshaltung, Strukturen, die gewaltförderlich sind, zu erkennen und zu ändern, um ihre Töchter und Söhne bei der Entwicklung ihrer sozialen Fähigkeiten aktiv zu unterstützen und zu stärken.

Aufklärung und Information über sexuellen Missbrauch an Kindern ist unerlässlich, um Gefahren realistisch einschätzen zu können, um Vorurteile und Klischees zu erkennen und Widersprüche in der Erziehung zu vermeiden.

Die Schwerpunkte der Elternabende richten sich nach dem Alter der Kinder, um ihren Entwicklungsstand und die Förderung ihrer Fähigkeiten berücksichtigen zu können.

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"Es ist nur gut gemeint."

Elternabend für Eltern von Mädchen und Jungen von 0–6 Jahren in Krippen, Kindergärten, Mütter- und Familienzentren

Grenzüberschreitungen gehören zum Alltag kleiner Kinder. Sie gelten oft als normal und harmlos, weil sie in freundlicher Absicht begangen werden und als „gut gemeint" entschuldigt werden. Kleine Kinder können schon sehr deutlich zeigen, ob Berührungen für sie angenehm oder akzeptabel sind. Ihre Reaktion wird aber oft übergangen, ihre Gefühle nicht ernst genommen.

Um ein positives Selbstbild entwickeln zu können, müssen sich Kinder auf ihre Gefühle verlassen können. Und Erwachsene müssen die Bedürfnisse der Kinder wahrnehmen und respektieren, ihnen einen Schutzraum gewähren, wo sie ohne Angst ihre sozialen Fähigkeiten erlernen und ausprobieren dürfen.

Inhalte dieses Elternabends sind u.a.:

 

  • Gefühle erkennen, Bedürfnisse von Wünschen unterscheiden

  • eine Sprache für Gefühle vermitteln: erzählen und zuhören

  • Kinder vor Gewalt schützen, ihre Autonomie gleichzeitig fördern

  • Sexualerziehung

  • Modellfunktion von Frau und Mann


Zielgruppe

Mütter, Väter und andere enge Bezugspersonen von Mädchen und Jungen im Alter von 0–6 Jahren.

Gruppengröße

6–25 Personen

Dauer

2,5 Stunden

Referentin

Stephanie Cren, AMYNA e.V.

Ort

in Ihrer Einrichtung

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Eigene Grenzen wahrnehmen – Grenzen anderer erkennen

Für Eltern von Mädchen und Jungen von 6–8 Jahren in Schule, Hort, Gemeinde, Freizeiteinrichtungen

Wenn die Kinder selbständig werden ... steigt auch die Angst der Eltern vor möglichen sexuellen Übergriffen gegen Mädchen und Jungen. In ihrer Hilflosigkeit greifen sie manchmal zu Ratschlägen, die der realen Gefährdung der Kinder nicht entsprechen und sogar irreale Feindbilder erzeugen können. Statt eine Situation realistisch einschätzen zu lernen, werden die Kinder dadurch verängstigt.

In diesem Elternabend möchten wir auf folgende Themen eingehen:

 

  • Sexuelle Übergriffe gegen Mädchen und Jungen: zwischen Vorurteilen und Realität den Durchblick behalten

  • Selbstwertgefühl als Basis für die positive Entwicklung aller menschlichen Beziehungen und Fähigkeiten

  • Umgang mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer Kinder und Erwachsener

  • Sexualerziehung: Körperlichkeit, Sprache, Grenzen

  • Modellfunktion von Frauen und Männern

Wir berücksichtigen in den Elternabenden Ihre speziellen Fragen und Interessen.

 

Zielgruppe

Mütter, Väter und andere enge Bezugspersonen von Mädchen und Jungen im Alter von 6–8 Jahren

Gruppengröße

6–25 Personen

Dauer

2,5 Stunden

Referentin

Parvaneh Djafarzadeh, AMYNA e.V.

Ort

in Ihrer Einrichtung

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