Programm 2003/2004
Für Yasemin. Eine Mutter entscheidet sich
Ein mutiger Beitrag von Serpil Maglicoglu, einer Mutter, die nicht
schweigen will
Ich habe meine Kinder beschützt, sie vor sehr viel Leid,
Erniedrigung und sogar Zerstörung bewahrt. Ohne übertreiben
zu wollen denke ich, dass ich meiner Tochter das Leben gerettet
habe, und nach einem solchen Gedanken erübrigt sich die Frage
nach dem Sinn der Krise in meinem Leben ohnehin.
Serpil Maglicoglu, mit tscherkessisch-türkischem Hintergrund
in Deutschland aufgewachsen, schreibt über den sexuellen Missbrauch
an ihrer Tochter in ihrem Buch Für Yasemin. Eine Mutter
entscheidet sich. Sie schreibt über ihre Ängste,
Verzweiflungen und Erfolge. Sie geht mit dem Verbrechen, das ihr
Ehemann an ihrer gemeinsamen Tochter begangen hat, an die Öffentlichkeit.
Sie will dieses Geheimnis nicht für sich behalten
und möchte mehr erreichen, als ein einsames Überstehen
eines für sie leidvollen Erkenntnisprozesses. Sie schreibt:
Ich bin ein Tropfen im Meer, ohne diesen Tropfen würde
dem Meer etwas fehlen. Wenn ich nachts am Bett meiner Kinder stehe
und ihnen über ihr weiches Haar streiche, dann ist die Welle
der Liebe, die ich in Gang setze, noch auf der anderen Seite des
Globus und weit darüber hinaus zu spüren.
Sie leistet in ihrem Buch mit ihrer autobiografischen Schreibweise
einen mutigen Beitrag zur Begegnung mit einem immer noch für
viele Kulturen tabuisierten Thema und zur Sensibilisierung von Eltern
für das Problem des sexuellen Missbrauchs: Was mir am
schwersten fällt, in Worte zu fassen und aufzuschreiben, sind
die vielen Anzeichen, die ich im nachhinein so überdeutlich
sehen und deuten kann... Wie ist es möglich, dass ich diese
Dinge nicht richtig deuten konnte? Konnte ich es wirklich nicht
oder wollte ich es vielleicht im Unterbewusstsein auch nicht? Ich
denke, beides stimmt... Und dann sind da noch diese ganz subtilen
Zeichen. Sie scheinen mir wie durchsichtiges Material zu sein...Wenn
sie morgens zu uns ins Schlafzimmer kam, legte sie sich nicht zwischen
mich und meinen Mann, sondern immer zu mir, ich lag dann zwischen
ihr und ihm...
Das Buch Für Yasemin. Eine Mutter entscheidet sich
ist Oktober 2002 beim Orlanda Verlag in Berlin erschienen. Die Lesung
bietet die Möglichkeit, der Autorin Fragen über das Buch
zu stellen und durch eine moderierte Diskussion, sich über
die möglichen interkulturellen Aspekte der Prävention
von sexuellen Missbrauchs auszutauschen. Die Lesung findet in Kooperation
mit dem Orlanda Verlag, Berlin statt.
Zielgruppe |
Mütter, Väter und alle Frauen und Männer,
die sich für das Thema sexueller Missbrauch im kulturellen
Kontext interessieren |
Referentin |
Serpil Maglicoglu |
Moderation |
Parvaneh Djafarzadeh, Mitarbeiterin von AMYNA
e. V. |
nach oben
Ich möchte nicht mehr, dass die Deutschen hierher kommen
und so etwas tun!
Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Grenzregion
der Euroregion Egrensis in der Tschechischen Republik
Die Worte in der Überschrift stammen von einem elfjährigen
Jungen, der in dieser Grenzregion zur Prostitution gezwungen wird.
Der kommerzielle sexuelle Missbrauch von Mädchen und Jungen
und der Handel von Kindern zur Prostitution breitete sich in den
letzten Jahren nicht nur in diesem Gebiet drastisch
aus.Hier kommen verschiedene Probleme zusammen:
Armut und das stark ausgeprägte Wohlstands- oder Wirtschaftsgefälle,
das unter anderem Familien dazu bringt, ihre Kinder anzubieten
männliche und weibliche Zuhälter, die ihre finanziellen
Interessen weit über das Wohlergehen von Kindern stellen
eine zumeist deutsche Klientel an Sextouristen, sprich
Tätern, die nicht davor zurückschrecken, Mädchen
und Jungen sexuell zu missbrauchen und deren Hemmschwelle noch sinkt,
wenn es sich um osteuropäische Kinder handelt
eine Öffentlichkeit, die dieses Problem weitgehend ignoriert
und Strafverfolgungsbehörden, die sich immer noch schwer tun,
die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu organisieren
KARO, das als Landesmodellprojekt von Sachsen zur Prävention
von HIV/Aids bei Prostituierten im Grenzgebiet gegründet wurde,
arbeitet mittlerweile seit 9 Jahren in diesem Bereich. Die dort
beschäftigten SozialarbeiterInnen entwickelten u.a. Hilfsangebote
für Mädchen und Jungen, die kommerziell sexuell missbraucht
werden und Präventionsmaßnahmen. Sie arbeiten auf beiden
Seiten der Grenzen und unterstützen die Mädchen und Jungen
vor Ort.
Die Leiterin von KARO und Referentin des Abends, Frau Cathrin Schauer,
wird die Problematik verdeutlichen und ihre Arbeit mit den und für
die minderjährigen Mädchen und Jungen vorstellen. Sie
wird deutlich machen, welche Möglichkeiten es auch für
uns in München gibt, gegen dieses Problem anzugehen.
Zielgruppe |
interessierte Frauen und Männer |
Referentin |
Cathrin Schauer, Leiterin von KARO, wo sie seit
8 Jahren tätig ist; examinierte Krankenschwester, Dipl.
Sozialpädagogin, Preisträgerin des Preises Frauen
Europas Deutschland 2002 |
nach oben
Kinder und Internet
Chancen und Gefahren im Netz
Das Internet hat sich inzwischen auch für Kinder zu einer
wichtigen Freizeit-, Informations- und Bildungsquelle entwickelt.
Unkontrolliertes Surfen wie auch gezieltes Suchen nach Informationen,
E-Mails verschicken oder das plaudern in Chat-Rooms
oder Newsgroups mit Menschen aus aller Welt, all das bietet das
Internet auch für Kinder an.
Bei allen positiven Nutzungsmöglichkeiten des Netzes gibt es
jedoch auch erhebliche Gefahren im Netz. Die Möglichkeit anonym
und mit einer falschen Identität an Kinder im Internet Kontakt
aufzunehmen, wird nicht selten von Tätern benutzt, Treffen
mit Kindern zu vereinbaren und sexuellen Missbrauch mit Minderjährigen
einzufädeln.
Was für Möglichkeiten es für Eltern, Bezugspersonen
und Kinder gibt, Missbrauch vorzubeugen und welche Sicherheitsstrategien
möglich sind, wird ein Schwerpunkt diese Vortrags sein.
Weitere Schwerpunkte, die in dem Vortrag behandelt werden:
Wie nutzen Kinder und Jugendliche das Internet?
Welche Risiken gibt es für Kinder im Netz?
Sexueller Missbrauch
Pornografie und gewalthaltige Angebote
Welche Möglichkeiten gibt es, um die Sicherheit von Kindern
im Netz zu verbessern?
Welche Sicherheitsregeln sind sinnvoll?
Was kann Filtersoftware leisten?
Welche Gesetze gibt es?
An weiche Beschwerde- und Kontrollstellen kann ich mich wenden?
Wichtige und sinnvolle www-Adressen
für Kinder
für Jugendliche
für Eltern
Für die weitergehende Einführung in das Thema wird schriftliches
Informationsmaterial z.T. kostenfrei bereitgestellt.
Zielgruppe |
Bezugspersonen von Kindern bis ca. 12 Jahre; Eltern
und PädagogInnen |
Referentin |
Irmgard Hainz, M.A. (Kommunikationswissenschaftlerin,
Journalistin), Dipl. Sozialpädagogin (FH), ist Medienpädagogin
und Referentin für Jugendmedienschutz bei der Aktion Jugendschutz,
Landesverband Bayern e.V.
Jugendschutzsachverständige bei der Freiwilligen Selbstkontrolle
Film (FSK) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).
Fachredakteurin der Zeitschrift proJugend Bayern, sowie Autorin
verschiedener Veröffentlichungen zu den Themen Medien und
Kinder/Jugendliche. |
nach oben
Prävention von Minderjährigen-Prostitution und sexualisierter
Gewalt gegen Jugendliche in München
Mimikry und Marikas sind sozialpädagogische Beratungsstellen
des Evangelischen Hilfswerks gGmbH für jugendliche und erwachsene
Frauen und Männer in der Prostitution.
In den letzten Jahren nahmen zunehmend Jugendliche mit Prostitutionserfahrung
Kontakt zur Beratungsstelle auf. Der jüngste Hilfesuchende
war gerade 13 Jahre alt, er wurde von einem Mann im Schwimmbad kontaktiert.
Es kann jedes Mädchen und jeden Jungen treffen und es gibt
keine speziellen Orte, an denen Freier zu Jugendlichen Kontakt suchen.
Es passiert auf dem Schulweg, in Kaufhäusern und in der Fußgängerzone
ebenso wie am Bahnhof und im U- und S-Bahnbereich.
Durch Fachgespräche mit Lehrkräften und SozialarbeiterInnen
unterschiedlicher Münchner Schulen und Einrichtungen wurde
deutlich, wie groß der Bedarf an regelmäßiger Prävention
hinsichtlich sexualisierter Gewalt gegen Jugendliche ist. Ausgangspunkt
für die Prävention von Minderjährigen-prostitution
ist die Aufklärung und Information über Wege in die Prostitution.
Mimikry und Marikas werden gezielt in Schulen und Jugendzentren
tätig.
Auf der Grundlage der Erfahrungen dieser praktischen Arbeit berichtet
Frau Ortner über Möglichkeiten der Prävention und
Herangehensweisen in der Beratung mit Jugendlichen.
Zielgruppe |
Fachleute, die mit jugendlichen Mädchen und
Jungen arbeiten, interessierte Frauen und Männer |
Referentin |
Simone Ortner, Dipl.-Sozialpäd. FH , Leiterin
der Beratungsstellen Mimikry und Marikas |
nach oben
Genderaspekte und Interkulturalität
Ansätze für die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe
Als Folge der Pisa-Studie wurden allgemein die mangelnden Sprachkenntnisse
von Kindern mit Migrationshintergrund zum Tagesthema, ohne Berücksichtigung
dessen, dass PISA in der Bundesrepublik in deutscher Sprache durchgeführt
wurde und nur die Deutschkenntnisse der SchülerInnen geprüft
wurden. Nicht berücksichtigt wurden die muttersprachlichen
Fähigkeiten der Mädchen und Jungen. Das greift zu kurz.
Gleichzeitig kann jedoch als positive Folge von PISA gewertet werden,
dass Mehrsprachigkeit in Institutionen ein Thema geworden ist.
In dieser Fachtagung, die in Kooperation mit der Kontakt- und Infostelle
der IMMA, INKOMM, dem Pädagogischen Institut des Schulreferates
der Landeshauptstadt München und AMYNA e.V. stattfindet, geht
es um die Bildung von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund,
ihre Chancen und um den geschlechtsspezifischen Aspekt von Bildung.
Es sind verschiedene Vorträge und Workshops in Planung.
Für AMYNA, als Insitut zur Prävention von sexuellem Missbrauch,
sind der Bildungsaspekt und die Sprache wichtige Faktoren der Chancengleicheit
und des Machtgleichgewichts in der Gesellschaft, die perspektivisch
für die Entwicklung von selbstbewussten Persönlichkeiten
der Kinder mit Migrationshintergrund und damit für die Präventionsarbeit
unabdingbar sind.
Bitte weitere Informationen bei AMYNA-Institut zur Prävention
von sexuellem Missbrauch, der Kontakt- und Informationsstelle der
IMMA, INKOMM oder dem Pädagogischen Institut des Schulreferates
der Landeshauptstadt München erfragen.
Zielgruppe |
Lehrkräfte und andere interessierte Fachleute |
VeranstalterInnen |
AMYNA-Institut zur Prävention von sexuellem
Missbrauch, Kontakt- und Informationsstelle der IMMA, INKOMM
und das Pädagogische Institut des Schulreferates der Landeshauptstadt
München |
nach oben
Das sind doch nur Bilder
Pornographie mit Kindern im Internet
Auf Bildern, die Pornographie mit Kindern zeigen, werden sexualisierte
Gewalthandlungen an Kindern dokumentiert. Jedem Bild liegt ein realer
sexueller Missbrauch und damit viel Leid von Mädchen und Jungen
zugrunde. Oft wird das Problem heruntergespielt mit den Worten das
sind doch nur Bilder.
Mit dieser Argumentation wird denen in die Hände gespielt,
die Profit schlagen aus der Vermarktung kindlichen Leids.
Bei der sog. Pornographie mit Kindern im Internet treffen
mehrere große Interessensgruppen aufeinander:
Pornographie mit Kindern im Internet Nutzer, für die die
Hemmschwelle durch die Anonymität des Mediums Internet sehr
niedrig ist, und die durch die Betrachtung der Bilder einen immer
größeren Kick suchen
Anbieter, die pornographische Filme und Darstellungen mit Kindern
vertreiben und damit ein großes Geschäft machen
Täter/innen, die aus Profitgier, persönlichen Neigungen
oder beidem Mädchen und Jungen vor laufender Kamera sexuell
missbrauchen und foltern.
Innerhalb kürzester Zeit ist hier ein perfekt funktionierendes
weltweites Vertriebsnetz entstanden.
Für Mädchen und Jungen hat diese Form der Ausbeutung neben
der Traumatisierung durch den sexuellen Missbrauch selbst noch einen
weiteren Aspekt, der für sie Kontrollverlust bedeutet: Sie
werden niemals wissen, wie viele Menschen sich diesen Missbrauch
ansehen.
In diesem Vortrag geht es darum, das Ausmaß des Problems darzustellen
und zu bewerten. Weiter wird erläutert, welche Möglichkeiten
es im Kampf gegen diese Form des Missbrauchs gibt und was jede/r
Einzelne dazu beitragen kann.
Zielgruppe |
interessierte Frauen und Männer |
ReferentIn |
N.N. |
nach oben
Sexuelle Aggression unter Jugendlichen
Verbreitungsgrad, Risikofaktoren und Prävention
Das Problem der sexuellen Gewalt unter gleichaltrigen Jugendlichen
hat im Gegensatz zu sexuellem Missbrauch durch Jugendliche
und Erwachsene an Kindern die öffentliche Diskussion
noch nicht erreicht, auch wenn sie alltäglich und teilweise
vor den Augen derer geschieht, die mit Jugendlichen arbeiten.
Auch die Forschung in der Bundesrepublik wies hier lange Zeit eine
Lücke auf, die nun durch eine ForscherInnengruppe um Prof.
Barbara Krahé geschlossen wurde. Die Gruppe hat weibliche
Jugendliche zu sexuellen Opfererfahrungen und männliche Jugendliche
zu sexuell aggressivem Verhalten befragt. Daneben wurde erstmals
auch die sexuelle Aggression von weiblichen gegenüber männlichen
Jugendlichen untersucht. Über ihre Ergebnisse in Bezug auf
Verbreitungsgrad und Risikofaktoren wird Frau Professor Krahé
an diesem Abend berichten. Darüber hinaus geht es um Ansatzpunkte
der Prävention sexueller Gewalt, die sich aus den Befunden
ableiten lassen.
Zielgruppe |
Fachkräfte, die mit jugendlichen Mädchen
und Jungen arbeiten |
Referentin |
Prof. Dr. Barbara Krahé, seit 1993 Professorin
für Sozialpsychologie an der Universität Potsdam |
Veranstalterinnen |
Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung
(IKK) des Deutschen Jugendinstitutes München
AMYNA e.V. Institut zur Prävention von sexuellem
Missbrauch |
nach oben
Die interkulturelle
Herausforderung im Kindergarten
Wie setze ich mich präventiv für Kinder aus anderen
Kulturen ein?
Gibt es kulturelle Unterschiede bei sexuellem Missbrauch? Wie kann
ich mit Kindern aus anderen Kulturen präventiv arbeiten? Wenn
Fachkräfte im Kindergarten sich mit diesen oder ähnlichen
Fragen beschäftigen, gibt es viele verunsichernde Gedanken
und es kommt leicht zu einem Gefühl der Überforderung.
In dieser Fortbildung werden Grundgedanken zur Prävention von
sexuellem Missbruch vorgestellt. Es gibt für Teilnehmerinnen
die Möglichkeit, an kulturelle Unterschiede näher heran
zu kommen und sie sich genauer an zu schauen und womöglich
dadurch eher die Gemeinsamkeiten zu entdecken. In der Veranstaltung
werden Verunsicherungen angesprochen und Möglichkeiten überlegt,
die die Arbeit zum Thema Prävention von sexuellem Missbrauch
erleichtern.
Zum Schluss werden Spielmaterialien zur Präventionsarbeit vorgestellt
und ein paar Spiele gemeinsam ausprobiert.
Zielgruppe |
Erzieherinnen im Kindergarten |
Referentin |
Parvaneh Djafarzadeh, Dipl. Pädagogin, Mitarbeiterin
bei AMYNA e.V. |
nach oben
Sexuelle Gewalt an Jungen
Workshop für Mitarbeiter/innen in Kindergärten und Kinderkrippen
Auch wenn in den letzten Jahren deutlich wurde, dass auch Jungen
sexuelle Gewalt erleben müssen, scheint die Wahrnehmung von
Jungen als Betroffene sexuellen Missbrauchs immer noch schwierig.
Das könnte daran liegen, dass geschlechtsspezifische Zuschreibungen
nach wie vor greifen und es leichter fällt die Opferrolle
den Mädchen zuzuschreiben, als den Jungen. Um Jungen wie auch
Mädchen gerecht zu werden und sie vor sexuellem Missbrauch
zu schützen, ist deshalb eine geschlechtsdifferenzierte Herangehensweise
nötig.
In diesem Workshop werden grundlegende Informationen zum Thema Jungen
als Opfer sexueller Gewalt vermittelt, die es ermöglichen,
effektiv für den Schutz von Jungen einzutreten. Folgende Themen
werden bearbeitet:
Überprüfung eigener Haltungen, Zugangsweisen und Wahrnehmungsmuster
zum Thema Sexuelle Gewalt an Jungen
Welche Möglichkeiten und Grenzen haben Mitarbeiter/innen
in Kindergärten bei Vorbeugung und Aufdeckung sexueller Gewalt?
Welche Handlungsoptionen stehen bei Verdacht auf sexuelle Gewalt
zur Verfügung? Was muss vermieden werden?
Wo kann ich mich bei einem Verdacht hinwenden und was kann ich
tun?
Was ist bei einem Verdacht bei der Elternarbeit zu beachten?
Reflexion von Geschlechtsrollenstereotypen
Welche geschlechtsspezifischen Aspekte sind in der präventiven
Arbeit mit Jungen zu beachten?
Wesentliche Inhalte von Prävention von sexueller Gewalt
im Kindergartenalter
Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, sich im Rahmen von
Gruppenübungen, Falldiskussionen und Vorträgen u.a. mit
diesen Fragen und Themenbereichen auseinander zu setzen.
Zielgruppe |
Erzieherinnen und Erzieher aus Kindergärten
und Kinderkrippen |
ReferentInnen |
2 MitarbeiterInnen der Beratungsstelle KIBS
Kontakt- , Informations- und Beratungsstelle für männliche
Opfer sexueller Gewalt |
nach oben
Qualität durch Klarheit
Die Rolle der Leitung von Kinderkrippen beim Schutz der Kinder
vor sexueller Gewalt
Mitarbeiter/innen in Kinderkrippen wollen einen möglichst
optimalen Schutz von Mädchen und Jungen gewährleisten.
Dieser kann am besten realisiert werden, wenn gemeinsam im Team
ein einheitliches Vorgehen erarbeitet und konzeptuell verankert
wurde. Dies gilt sowohl für die Vorbeugung (Prävention)
von sexuellem Missbrauch als auch für das frühzeitige
Erkennen, um über ein effektives Handeln das Kind vor weiteren
sexuellen Übergriffen zu schützen.
Mitarbeiterinnen in Leitungsfunktion kommt dabei eine besondere
Rolle zu. In ihrer Hand liegt die Entscheidung und die Verantwortung,
gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe ein Präventionskonzept
zu initiieren und zu erarbeiten, das allen mehr Sicherheit und Kompetenz
im Umgang mit sexuellem Missbrauch gibt.
Um diese Rolle gut ausfüllen zu können, sind Informationen
und Auseinandersetzung mit der Thematik und den eigenen Fragen nötig.
In der zweitägigen Fortbildung erhalten Sie erste Anregungen,
wie ein Interventionsplan in der Einrichtung aussehen könnte
und was zu beachten ist. Sie erhalten einen Überblick, welche
rechtlichen Aspekte berücksichtigt werden müssen und an
wen Sie sich zur Klärung Ihrer einrichtungsspezifischen Fragen
wenden können. Außerdem wird es darum gehen, wie das
Thema Prävention von sexuellem Missbrauch in ihrem Team bearbeitet
werden kann, dass es die Mitarbeiterinnen in ihrer alltäglichen
Arbeit mit den Mädchen und Jungen umsetzten können.
Zielgruppe |
Leiter/innen und Stellvertreter/innen städtischer
Kinderkrippen |
Referentinnen |
Sibylle Härtl und Adelheid Unterstaller,
AMYNA e.V. |
nach oben
Was heißt schön auf Türkisch? Was
heißt Bauchnabel in Arabisch?
Kindergarten lernt mehrsprachige Prävention
Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel, also das Mittel
sich mitzuteilen, die Gefühle zu beschreiben, Freude oder Schmerz
zu verkünden und damit auch eine wesentliche Grundlage für
die Prävention. Für viele Kinder aus Migrationsfamilien,
die in den Kindergarten gehen und wenig Deutsch sprechen, ist dieses
Mittel zur Kommunikation eingeschränkt.
In dieser Fortbildung möchten wir Ihnen erste Einblicke für
eine sinnvolle Einbettung von Zweisprachigkeit in Ihrer Einrichtung
und deren Bedeutung für eine gute Präventionsarbeit geben.
Das KIKUS-Projekt (Kindersprachkurse) bietet seit 1998
Deutschförderkurse in Kindergärten an. Die Leiterinnen
der Deutschkurse beziehen in ihrem Konzept die Erstsprache der Kinder
und die Unterstützung der Eltern mit ein.
Im ersten Teil der Fortbildung können die Teilnehmerinnen mit
der Arbeitsweise und den -materialien des KIKUS-Projektes vertraut
werden, sie ausprobieren und der Referentin Fragen stellen. Im zweiten
Teil der Fortbildung geht es um die Rolle der Sprache für die
Prävention von sexuellem Missbrauch bei Kindern aus Migrationsfamilien
und die Vermittlung der Präventionssprache an Mädchen
und Jungen im Sinne der Vorbeugung von sexuellem Missbrauch. Die
Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Methoden kennenzulernen,
mit denen sie Kindern die Präventionsinhalte zweisprachig vermitteln
können.
Zielgruppe |
Erzieherinnen im Kindergarten |
Referentinnen |
Dr. Angela Guadatiello, wiss. Leiterin des KIKUS-Projekts
Parvaneh Djafarzadeh, Dipl. Pädagogin AMYNA e.V. |
nach oben
Simone liebt Lukas, Lukas mag Jamal, Jamal küsst Lea, Lea
liebt Leander ...
Sexualerziehung im Kindergarten
Aspekte kindlicher Sexualität begleiten den (Arbeits-) Alltag
im Kindergarten. Da schmusen und küssen, rangeln und raufen
die Kinder, da fliegen deftige Aussprüche durch die Luft, da
reden die Kinder über die unterschiedlichen Familienkonstellationen
oder es steht die Geburt eines Geschwisterchens an.
Für Erzieherinnen ergibt sich daraus ein Handlungsbedarf, für
den sich viele nicht so recht vorbereitet fühlen.
Mit vielfältigen Methoden, die teilweise übertragbar auf
die Arbeit im Kindergarten sind, werden wir uns im Rahmen dieser
Fortbildung dem Thema annehmen, das eigene Handlungsrepertoire erweitern
sowie das Sprechen über Sexualität üben.
Innerhalb der Veranstaltung werden wir Antworten auf folgende Fragen
finden:
Was ist Sexualität?
Wie äußert sich kindliche Sexualität?
Didaktische Begründung: Warum ist Sexualerziehung schon
im Kindergarten wichtig?
Wie gestalte ich Sexualerziehung altersgerecht?
Welche Rolle habe ich als Erzieherin in der Sexualerziehung?
Welche Chancen liegen in der Sexualerziehung im Hinblick auf
Prävention gegen sexuelle Gewalt und Gesundheitsförderung?
Welche Aspekte der HIV-Prävention sind für den Arbeitsalltag
im Kindergarten wichtig?
Wie gehe ich mit verfestigten Rollenvorstellungen um?
Kann ich schon mit Aufklärungsbilderbüchernarbeiten?
Welche könnten hilfreich sein? Nach welchen Kriterien wähle
ich sie aus?
Welche Bedeutung hat die Sprache in der Sexualerziehung?
Wie kann ich die Entwicklung eines positiven Körpergefühls
unterstützen?
Zielgruppe |
Erzieherinnen im Kindergarten |
Referentin |
Ute Hiller, geb. 1968, Dipl.-Pädagogin, Zusatzausbildung
zur Frauenbildungsreferentin nach GAIA (Gänzlichung der
Analytischen und Intuitiven Ansätze) bei Gisela Stroetges
und Dr. Silvia Kolk, seit 10 Jahren Fortbildungen für MultiplikatorInnen
im Bereich der Sexualerziehung, 5 Jahre Leitung des Projektes
Sexualerziehung und HIV-Prävention, ein Sohn
im Alter von drei Jahren. |
nach oben
Minderjährige sexuelle Missbraucher
Eine Herausforderung für die Jugendhilfe
Sexueller Missbrauch durch Jungen und männliche Jugendliche
ist kein Ausnahmephänomen. Viele Missbrauchstäter begehen
ihre ersten Übergriffe bereits als Jugendliche und als Kinder.
Die Jugendhilfe steht vor der Herausforderung, Konsequenzen aus
dieser Tatsache zu ziehen. Denn die Erfahrung zeigt, dass sexueller
Missbrauch durch kindliche/jugendliche Täter für die Opfer
nicht weniger folgenschwer ist als der durch erwachsene Täter
und dass Täterverhalten keineswegs als Jungendsünde,
die sich im Erwachsenenalter von allein verliert, abgetan werden
darf. Zudem haben Interventionen bei Kindern und Jugendlichen wesentlich
höhere Erfolgschancen als bei erwachsenen Tätern. Es muss
effektiv daran gearbeitet werden, Täterkarrieren im Interesse
der Opfer zu verhindern und den Jugendlichen selbst damit eine positive
Entwicklungsperspektive zu bieten.
Unsicherheit und Ratlosigkeit herrschen jedoch oft bei der Frage,
wie sinnvolle und wirkungsvolle Arbeit mit diesen kindlichen und
jugendlichen Tätern in unterschiedlichen Kontexten der Jugendhilfe
aussehen kann.
Anhand von Beispielen aus der ambulanten Rückfallvorbeugung
für minderjährige sexuelle Missbraucher und aus der Arbeit
im stationären Bereich wird in dieser Fortbildung aufgezeigt,
wie rückfallpräventive Arbeit geleistet werden kann.
Themen der Fortbildung sind u.a. :
Ausmaß sexueller Gewalt durch Kinder und Jugendliche
Strategien minderjähriger sexueller Missbraucher
Erfahrungen aus der Gruppen- und Einzelarbeit mit den minderjährigen
Missbrauchern:
Voraussetzungen und Rahmen für die Arbeit
Kontaktaufnahme und Motivation
Verleugnungsgründe und Verleugnungsdynamik
Manipulation und persönliches Krisenverhalten
Opferperspektive und Verantwortungsübernahme
Möglichkeiten der Professionalisierung und Vernetzung
Gearbeitet wird anhand von Fallbeispielen, mit Informationseinheiten
und mit praxisorientierten Übungen.
Zielgruppe |
Fachkräfte, die im Rahmen von Therapie und
Beratung mit jugendlichen sexuellen Missbrauchern arbeiten;
Fachkräfte, die in Heimen, Wohngruppen und anderen stationären
Einrichtungen mit jugendlichen sexuellen Missbrauchern zu tun
haben. |
Referenten |
Werner Meyer-Deters, Leiter des Modellprojekts
Ambulante Rückfallvorbeugung für Minderjährige,
die sexuelle Gewalt ausüben des Landes NRW. (Das
Projekt wird wissenschaftlich begleitet.) Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge;
Gewaltberater/Jungenarbeiter. Arbeit mit Jungen als Opfer und
Jungen als Täter (räumlich getrennt) in der ärztlichen
und psychosozialen Beratungsstelle NEUE WEGE gegen Misshandlung
Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch von Kindern,
Bochum.
N.N. |
Veranstalterinnen |
AMYNA Institut zur Prävention von
sexuellem Missbrauch und Informationszentrum Kindersmisshandlung/
Kindesvernachlässigung (IKK) des Deutschen Jugendinstituts |
nach oben
|

|
Schöner heller Seminarraum zu
vermieten: mehr >>
|
|