Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt e.V.
Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch

 
 

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Programm 2000/2001

„Märtyrerin trifft Kinderschänder"
Wie berichtet die Presse über sexuelle Gewalt gegen Mädchen?

Vortrag

Das Thema sexuelle Gewalt hat seit den spektakulär aufbereiteten Mordfällen der letzten Jahre Medienkarriere gemacht. Ist das Tabu damit gebrochen? Der Weg freigemacht für längst überfällige gesellschaftliche Veränderungen?

Wichtig ist nicht nur, dass über sexuelle Gewalt berichtet wird, sondern vielmehr wie. Dabei offenbart ein näherer Blick auf die Presse, dass die Berichterstattung alte Klischees häufig zementiert. So wird zum Beispiel wieder und wieder der fremde Täter als die größte Bedrohung dargestellt, obwohl der größte Teil der Übergriffe im sozialen Nahraum stattfindet. Die wesentliche Ursache sexualisierter Gewalt, nämlich das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen wie das zwischen Erwachsenen und Kindern, wird verschleiert. Damit trägt Presse letztlich dazu bei, den Status Quo festzuschreiben.

Dieser Vortrag basiert auf einer kommunikationswissenschaftlichen Studie, bei der von der Referentin ein Jahr lang (1998) Tageszeitungen ausgewertet wurden.

 

Zielgruppe

interessierte Frauen

Referentin

Christiane Pütter, Journalistin; war lange als Pressesprecherin für AMYNA tätig.


Prävention gegen sexuelle Gewalt durch eine positive Sexualerziehung - auch für Migrantinnen und Schwarze Mädchen?

Fortbildung

Ausgehend von der These, dass eine bejahende, aufklärende Sexualerziehung eine gute Prävention gegen sexuelle Gewalt ist, wird Ziel dieser Fortbildung sein, sich einem Konzept zu nähern, das der Realität von Migrantinnen und Schwarzen Mädchen in der Sexualpädagogik gerecht wird.

Voraussetzung für ein solches Konzept ist eine fundierte Auseinandersetzung mit der Lebensrealität von Migrantinnen und Schwarzen Frauen. Zwar ist dies keineswegs eine homogene Gruppe, aber es gibt Erfahrungen, die alle Menschen mit Migrationshintergrund teilen, beispielsweise den alltäglichen Umgang mit Rassismus und die daraus resultierenden sehr unterschiedlichen sexuellen Stereotypen.

Diese sollen zunächst theoretisch und im Spiel beleuchtet werden, um anschließend im Gespräch die praktischen Erfahrungen der Teilnehmerinnen zu reflektieren.

Eine Auseinandersetzung mit Rassismus und der Lebensrealität von Migrantinnen und Schwarzen Frauen wird nicht vorausgesetzt, allerdings die Bereitschaft sich hiermit auseinander zu setzen.

Basiswissen zu sexuellen Gewalterfahrungen von Mädchen und Frauen wird nicht Inhalt dieser Fortbildung sein.

Der Vortrag am Donnerstag Abend ist Bestandteil dieser Fortbildung.

 

Zielgruppe

Fachfrauen aus dem außerschulischen Bereich, die mit jugendlichen Migrantinnen und/oder Schwarzen Mädchen arbeiten

Referentin

Nivedita Prassad, Dipl.Päd., vormals Mitarbeiterin des Mädchenhauses Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Banying Berlin und Dozentin an der TU Berlin

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Prävention gegen sexuelle Gewalt durch eine positive Sexualerziehung - ein Privileg nur für weiße deutsche Mädchen?

Vortrag

Bei der Durchsicht der Literatur zu Sexualpädagogik, könnte der Eindruck entstehen, dass türkische, Schwarze oder andere Mädchen mit Migrationshintergrund keine eigenen sexuellen Bedürfnisse haben. Denn obwohl Sexualpädagogik ein Zweig der Pädagogik zu sein scheint, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut, wird die Tatsache, dass ein Großteil der Jugendlichen einen Migrationshintergrund hat oder binational ist in diesem Bereich nicht reflektiert.

Die einen haben bei der Sexualerziehung Familienplanung bzw. Verhütung im Auge, die anderen wollen die Verbreitung von AIDS verhindern, während wiederum andere – vor allen Dingen Feministinnen - Sexualpädagogik nutzen wollen, um sexueller Gewalt vorzubeugen. So sind je nach Auftrag die Vorgehensweisen all dieser PädagogInnen sehr unterschiedlich, gemein ist ihnen aber, dass sie alle von Jugendlichen ausgehen, die vorwiegend deutsch sozialisiert sind. Wenn wir aber die Realität der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit im Auge behalten, zeigt sich die Absurdität der Vorgehensweise. Denn ein Großteil der jugendlichen Mädchen und Jungen hat ein Elternhaus mit Migrationshintergrund, erlebt alltäglich Rassismus, hat möglicherweise einen anderen Zugang zu Sexualität und ist mit vielen sexuellen Stereotypen konfrontiert.

Wie könnte also ein Konzept der positiven Sexualerziehung aussehen, das der Realität von Migrantinnen und Schwarzen Mädchen gerecht wird? Da es in diesem Bereich so gut wie keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt, werden hier Hypothesen vorgestellt, die zum einen aus der praktischen Arbeit mit migrierten Mädchen entstanden sind, und sich zum anderen aus der sehr spärlichen Literatur hierzu ergeben.

Der Vortrag ist Bestandteil der Fortbildung (siehe vorherige Veranstaltung), kann aber auch von allen anderen interessierten Frauen besucht werden.

 

Zielgruppe

Fachfrauen, die im außerschulischen Bereich mit jugendlichen Migrantinnen und/oder Schwarzen Mädchen arbeiten, interessierte Frauen

Referentin

Nivedita Prassad, Dipl.Päd., vormals Mitarbeiterin des Mädchenhauses Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Banying Berlin und Dozentin an der TU Berlin

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Fachtagung zur interkulturellen Arbeit mit jungen Migrantinnen

Eine Kooperation von AMYNA, der Stelle für interkulturelle Zusammenarbeit der LH München, INKOMM, I.M.M.A. und der FH München Pasing

In dieser Fachtagung geht es um die Lebenswelt und -wirklichkeit von Mädchen und jungen Frauen in der Migration. Ziel der Veranstaltung ist es, Lebenszusammenhänge von jungen Migrantinnen oder Migrantinnen zweiter Generation bei der pädagogischen Arbeit in den Blickpunkt zu rücken.

Folgende Beiträge stehen bereits fest:

 

  • Birgit Rommelspacher: Weiße Dominanzkultur, Rassismus, Kulturalismus, Machtaspekte

  • Maria Zepter: spricht zu Musliminnen in Deutschland

  • Parvaneh Djafarzadeh: Sexueller Missbrauch im kulturellem Kontext und Möglichkeiten der Prävention

  • Orith Gahtan-Ertl; Modjgan Hamzhei: Psychische Aspekte von Migration
    Jasmin Eding: Körperarbeit - Kommunikation und Grenzen

  • und viele weitere spannende Themen.....

Genauere Informationen können voraussichtlich ab November bei AMYNA oder I.M.M.A. erfragt werden.

 

Zielgruppe

pädagogische Fachleute, die im Bereich der interkulturellen Arbeit mit jungen Migrantinnen tätig sind und alle, die Interesse an dem Thema haben

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Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen im kulturellen Kontext - Möglichkeiten der interkulturellen Prävention

Fortbildung

In dieser Fortbildung geht es zunächst um den kulturvergleichenden Aspekt sexuellen Missbrauchs und um Mechanismen des Missbrauchs in individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftsmodellen.

Ebenfalls werden die Dimensionen des Missbrauchs in ihrer Psychodynamik, kultur- und migrationspezi-fischen Dynamik zur Sprache kommen. Im weiteren Verlauf der Fortbildung wird die Rolle der Tradition und Religion sowohl in gesellschaftlichen Strukturen als auch in der Familienstruktur in Bezug auf islamische Gesellschaften verdeutlicht, damit die Mechanismen der Macht gegenüber Mädchen und Jungen verständlicher werden.

Zum Schluss wird auf die Besonderheiten der interkulturellen Präventionsarbeit eingegangen und die möglichen Aufgaben der interkulturellen Prävention werden behandelt.

 

Zielgruppe

Schulsozialpädagoginnen, Sozialpädagoginnen und Lehrerinnen, die mit Mädchen und Jungen ab dem Schulalter interkulturelle Präventionsarbeit machen (wollen).

Referentinnen

Parvaneh Djafarzadeh, Iranerin, Dipl. Päd. arbeitet seit März 1999 bei AMYNA im Bereich Prävention für MigrantInnen aus dem islamischen Kulturkreis. N.N.

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Arbeitsfeld offene, koedukative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - wie lässt sich Prävention umsetzen?

Vortrag

Typisch für das Arbeitsfeld der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, dass es sehr vielfältig ist - sowohl was die angesprochenen Zielgruppen als auch was die pädagogischen Angebote und Methoden betrifft.

Daraus ergeben sich für Pädagoginnen manchmal auch widersprüchlich erscheinende Aufträge und Interessenlagen - zum Beispiel, wenn gleichzeitig eine verhaltensauffällige und aggressive Jungenclique und die netten Mädchen aus der Nachbarschaft angesprochen und erreicht werden sollen; oder wenn eine aggressive Mädchenclique mit sexistischen Sprüchen verhindert, dass sich andere Mädchen in die Einrichtung trauen etc.

In dem Vortrag werden Bedingungen dieses Arbeitsfeldes reflektiert in bezug auf die Frage, wie sich in diesem offenen und koedukativen Rahmen Prävention umsetzen lässt. Dabei werden fachliche Standards entwickelt und vorgestellt sowie methodische Anregungen gegeben.

 

Zielgruppe

Pädagoginnen, die in den angegebenen oder ähnlichen Arbeitsfeldern arbeiten

Referentin

Ulrike Moeller, Dipl. Sozialpäd. (FH) und Erwachsenenpädagogin, mit Zusatzqualifikationen in Feministischer Bildungs- und Sozialarbeit und Erlebnispädagogik. Langjährige Erfahrung in offener Jugendarbeit, haupt- und freiberuflich tätig als Fachreferentin für Arbeit mit Mädchen

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„Migration und die Bedeutung von deren Verlauf für die interkulturelle Präventionsarbeit"

Fortbildung

Wenn es um sexuellen Missbrauch von MigrantInnen geht, gerät schnell deren "Kultur" in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

In diesem Workshop laden wir die Teilnehmerinnen ein, die herkömmlichen Konzepte der Prävention insofern zu modifizieren, als sie in den Kontext der Migrationserfahrung gerückt werden.

Zum Verlauf der Migration gehört u.a. das schmerzhafte Erkennen, dass die Werte und Normen der Herkunftsgesellschaft im Einwanderungsland nicht mehr gültig sind. Auch die den MigrantInnen bekannten und vertrauten Präventionsmöglichkeiten greifen nicht mehr. Den von der Dominanzkultur geprägten Fachkräften mag es deshalb so vorkommen, als gäbe es diese nicht. Dies birgt die Gefahr, den Anpassungsdruck, dem MigrantInnen ohnehin seitens der deutschen Gesellschaft ausgesetzt sind, noch zu verstärken. Für weiße Deutsche bedarf es in der Prävention von sexuellem Missbrauch im Sinne einer interkulturellen Vorgehensweise der Sensibilisierung und des Dialogs mit den migrierten Bezugspersonen, um auch die "mitgebrachten" Kompetenzen wahrnehmen und aufgreifen zu können.

Ausgehend von unseren Erfahrungen in der Beratungsarbeit mit von sexueller Gewalt betroffenen MigrantInnen wollen wir den Phasenverlauf der Migration und dessen Relevanz für verschiedene Bereiche der Präventionsarbeit vermitteln. Anschließend werden diese Inhalte in einem praktischen Teil mit Hilfe des Feministischen Psychodrama vertieft.

 

Zielgruppe

Pädagogische Fachfrauen, die mit migrierten Mädchen und Jungen präventiv arbeiten oder Präventionsarbeit vorhaben. Fachfrauen aus dem pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeld, die mit migrierten Eltern arbeiten.

Referentinnen

Modjgan Hamzhei, Dipl.-Psychologin und Feministische Psychodrama-Therapeutin, Migrantin zweiter Generation. Orith Gahtan-Ertl, B.A. social work, Fortbildung in interkultureller Beratung, Migrantin erster Generation.
Beide Referentinnen sind Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs München

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Merkmale und Besonderheiten der interkulturellen Arbeit und deren Bedeutung für die Prävention

Vortrag

Prävention von sexuellem Missbrauch in einem multinationalen Kindergarten ist meistens mit derAngst verbunden, die kulturellen Normen außer Acht zu lassen. Es gibt viele offene Fragen bei ErzieherInnen im Kindergarten, wie z.B. :

Wie spreche ich das Thema an?
Wie gehe ich mit den Eltern um?
Welche Besonderheiten sind notwendig für eine gelungene interkulturelle Präventionsarbeit?
Diese und andere Fragen der Art werden bei dem Vortrag unter dem interkulturellen Aspekt behandelt. Es geht dabei um die Merkmale und Besonderheiten der interkulturellen Arbeit und deren Bedeutung in der Prävention.

 

Zielgruppe

Erzieherinnen in multikulturellen Kindertageseinrichtungen

Referentin

Parvaneh Djafarzadeh, Iranerin, Dipl. Päd. Arbeitet sein März 1999 bei AMYNA e.V. im Bereich Prävention für MigrantInnen aus dem islamischen Kulturkreis.

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Sexueller Missbrauch und die Möglichkeiten der Prävention

Fortbildung

Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen werden in ihrem pädagogischen Alltag in Kindergärten und Kinderkrippen häufig mit dem Verdacht auf sexuellen Missbrauch konfrontiert. Dies kann bei jeder einzelnen aber auch im Team Verunsicherungen, Ablehnung und Angst auslösen. Bei vielen taucht aber auch das Bedürfnis zu handeln auf und und das betroffene Mädchen oder den betroffenen Jungen zu schützen.

In diesem Zusammenhang tauchen viele Fragen auf, z.B.:

  • Wann fängt überhaupt sexueller Missbrauch an?

  • Wer sind die Täter und wie gehen sie vor?

  • Gibt es Signale und Botschaften der Mädchen und Jungen, die auf Missbrauch hinweisen können?

  • Was kann ich tun, wenn ich einen Verdacht habe?

Am ersten Fortbildungstag werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen.

Gleichzeitig entsteht auch der Wunsch, sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu verhindern, bevor sie stattfindet, also präventiv tätig zu werden.

Wie diese Prävention in Kindergarten und Kinderkrippe aussehen kann und wie sie mit Phantasie, Kreativität und Spaß umgesetzt werden kann, darum geht es am zweiten Fortbildungstag.

 

Zielgruppe

Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen aus dem Kindergarten- und Krippenbereich

Referentinnen

Sibylle Härtl, Mitarbeiterin von AMYNA e.V., Pädagogin MA, Sozialbetriebswirtin (bfw/itw-FHM), Adelheid Unterstaller, Mitarbeiterin von AMYNA e.V., Pädagogin MA, Weiterbildung in feministischer Bildungsarbeit

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